Nach dem mit 69 : 6 gewonnenen Spiel im Viertelfinale in Wiesbaden mussten die Panther Rookies auf dem Weg zum nachfolgenden Halbfinale in Schwäbisch Hall erneut erst einmal einige Stunden im Bus auf der Autobahn verbringen. Um dennoch fit und ausgeruht ins vorentscheidende Spiel der Saison 2016 starten zu können, hatte das Team-Management die Anfahrt nach Baden-Württemberg bereits auf den Vortag terminiert. Aber alle Faktoren der im Vorfeld von Auswärtsfahrten stets gut durchdachten Planung  und deren nachfolgende Umsetzung konnten letztendlich das aus Sicht der Panther Rookies bittere Schlussergebnis von 21 : 13  (0 : 0, 0 : 7, 0 : 0, 21 : 6) nicht verhindern.

Fotograf: Thomas Nüchter
Fotograf: Thomas Nüchter

So liefen am Sonntag Nachmittag die von ihren Coaches optimal auf dieses Match eingestimmten Panther Rookies auf den Kunstrasenplatz des Hagenbachstadions, wo das Spiel gegen die Jungs der U19 der gastgebenden Unicorns stattfand, die in den bisher absolvierten zehn Partien der Süd-Gruppe eine „Perfect Season“ absolviert haben. In einem Aufeinandertreffen, das auf beiden Seiten überwiegend von den gut harmonierenden Verteidigungsreihen domiert wurde, mussten sich die Zuschauer für die ersten Punkte bis ins zweite Quarter gedulden. Nach einem Pass von Rohat Dagdelen über elf Yards war es Panther-Spieler Nick Strecker, der die in Weiß spielenden Raubkatzen und deren Anhänger jubeln ließ. Der danach noch von Tobias Janßen erzielte Extrapunkt sollte bis weit in die zweite Halbzeit die vorläufig letzte Veränderung auf der Anzeigetafel sein. Auch wenn es mehrere Interceptions oder Fumbles gab, so konnte zunächst keine der beiden Mannschaften daraus einen Vorteil ableiten. Selbst ein FG-Versuch der Unicorns kurz vor dem Seitenwechsel änderte nichts am Pausenstand von 0 : 7.

Nach dem Wiederanpfiff sah es lange Zeit so aus, als wenn die Rookies den knappen Vorsprung irgendwie über die Zeit retten könnten. Aber Anfang des vierten Quarters verfolgten die Zuschauer einen vermeintlichen Punt-Return-Touchdown der Düsseldorf Panther. Leider wurden diesen sechs Punkten durch Waheed Bhikh aber nach einer gelben Flagge auf Grund eines illegalen Blocks in den Rücken die Anerkennung verweigert. In den verbleibenden etwa acht Minuten kam es dann knüppeldick für die Rookies. Ein Fumble beim Snap brachte die Unicorns unverhofft in Ballbesitz, was „Einhorn“ Nils Mutschler nach einem kurzen Sprint über 15 Yards für die ersten Punkte nutzte. Einige Zeit später fand der einzige lange Pass des Spiels vom Quarterback der Unicorns nach 50 Yards den Weg zu seinem Mitspieler Benedikt Waag. Fazit nach diesem TD und PAT: 14 : 7 – das Spiel war gedreht.

Doch bei noch etwa drei Minuten auf der Uhr schaffte Panther Senior Eric Adam nach einem 35-Yards-Pass von QB Rohat Dagdelen dank toller Moral in der Mannschaft erneut einen Touchdown, dem dieses Mal nicht die Anerkennung verweigert wurde. Drohte hier nun beim Spielstand von 14 : 13 eventuell noch eine Verlängerung? Bei einem erfolgreichen PAT hätte es bei einem Spielstand von dann 14 : 14 durchaus dazu kommen können. Aber weil nach diesem Touchdown der Panther in der turbulenten Schlussphase deren Mitspieler von der Sideline jubelnd aufs Spielfeld liefen, gab es vor dem Kick von den Referees wegen unsportlichen Verhaltens eine Strafe von zwei Mal 15 Yards. Da war es schon durchaus vorhersehbar, dass der Ball des Panther-Kickers aus mehr als vierzig Yards sein Ziel zwischen den Torstangen nicht erreichen würde.

Mit einem Onside-Kick versuchten die Rookies im weiteren Spielverlauf den Ballbesitz und dadurch das Momentum noch mal auf ihre Seite zu ziehen. Aber leider ging dieser Versuch nach hinten los, weil das „ovale Rotationsellipsoid von den Unicorns erobert wurde und dann Running Back Jerome Manyema mit dem „Ei“ unterm Arm auf seinem Weg in die Endzone nicht mehr zu stoppen war. Theoretisch war auch nach dem erfolgreichen Zusatzkick das Spiel mit 21 : 13 immer noch nicht entschieden. Bei noch gut einer Minute Restspielzeit hätte ein weiterer TD der U19 aus Düsseldorf mit zwei Zusatzpunkten aus einer TPC den späten Ausgleich und so zu diesem Zeitpunkt dann garantiert die Verlängerung gebracht – aber der Kampf gegen die Uhr, die Defense der Unicorns und die lautstarken Anfeuerungsrufe der schon jubelnden Zuschauer von den Rängen wurde dann letztendlich doch verloren.

Nach Spielende brachen bei der Heimmannschaft vor Freude alle Dämme, hatte man doch dieses Spiel, in dem man drei Viertel lang hinten lag, letzendlich doch noch – nach 19 Jahren Pause – zum zweiten Finaleinzug der Vereinsgeschichte drehen können. Bei den geschlagenen Rookies aus der Landeshauptstadt von NRW hingegen saß die Enttäuschung über den knapp auf der Zielgeraden verpassten Finaleinzug so tief, dass man niemanden von denen zu einer spontanen Stellungnahme bewegen konnte. Das änderte sich aber einige Zeit später, als mein Kollege Stefan Bodemer von Panther TV für seinen Filmbericht dann doch einige Statements auch auf Düsseldorfer Seite eingefangen hat.

Mit diesem Ergebnis kommt es nun am letzten Sonntag im Juli im neuen OPTIMA Sportpark der Bausparkassen-Stadt zwar zu einem Finale um den Junior Bowl XXXV mit rheinischer Beteiligung, aber anders strukturiert als sich das auch die mitgereisten Panther-Fans gewünscht haben. An diesem Tag stehen sich dann ab 14.00 Uhr mit den Unicorns aus Schwäbisch Hall und den Crocodiles aus Köln (amtierender deutscher Jugendmeister) zwei Mannschaften gegenüber, die bisher ohne Niederlage durch die Saison „marschiert“ sind. Daher ist es sicherlich schwierig, hier einen Favoriten auszumachen. Auch dass der Gastgeber des Finales im eigenen Stadion dabei sein darf, ist bekanntlich nicht immer ein mit entscheidendes Kriterium.

Scoring: Quarter 1 und 2
0:7 – Nick Strecker – 11-Yards-Pass von Rohat Dagdelen (PAT Tobias Janßen)

Scoring: Quarter 3 und 4
7:7 – Nils Mutschler – 15-Yards-Fumble-Return (PAT Cedric Ehrenfried)
14:7 – Benedikt Waag – 50-Yards-Pass von Cedric Ehrenfried (PAT Cedric Ehrenfried)
14:13 – Eric Adam – 35-Yards-Pass von Rohat Dagdelen (PAT failed)
21:13 – Jerome Manyema – 25-Yards-Lauf (PAT Cedric Ehrenfried)

TEILEN