Sie durften den 874 Zuschauern im Stadion des VfL Benrath ja schon fast leidtun. Angetreten mit nur 27 Spielern waren die Bonn Gamecocks bei den Panthern aus Düsseldorf ohne jede Chance das Spiel zumindest offen zu gestalten. Schon zur Pause stand es 38:0 für die Gastgeber und nur weil die Panther kräftig auf die Bremse traten, erzielten die wackeren Gamecocks noch zwei Touchdowns zum 58:12 (10:0, 28:0, 14:6, 6:6) Endstand für die Raubkatzen. Panther-Cheftrainer Deejay Anderson konnte eigentlich nicht so viel zum Spiel selber sagen. „Wir haben nichts besonders gemacht, sondern unser Spiel ganz normal durchgezogen.“ Einen großer Wehrmutstropfen mussten die Panther vor dem Anpfiff verkünden. Manuel Engelmann, der schon seit der kleinsten Jugend für die Raubkatzen spielt, zieht beruflich nach München und wird das schwarze Panther-Trikot in der nächsten Saison nicht mehr tragen können.

Das Spiel bei sommerlicher Temperaturen war schon sehr früh zu Gunsten der Benrather entschieden. Running-Back Tyrone Alexander legte das Ei nach einem 50-Yards-Lauf an der Goalline der Gäste ab, Düsseldorfs Spielmacher Zach Maynard wusste die Vorlage perfekt zu nutzen als er Tim-Haver Droeze in der Bonner Endzone fand. Daniel Schuhmacher, der schon vorher den Extrapunkt durch die Stangen schoss, erzielte wenig später per Fieldgoal das 10:0 für die Raubkatzen. Das zweite Viertel wurde noch deutlicher. Zwei Touchdowns von Octavias McKoy, einer von Tyrone Alexander und ein genialer Pass von Panther-Spielmacher Zach Maynard auf Wide Receiver Brice Coquin, der durch die Reihen der Gäste den Turbo zündete. ließen das Panther-Publikum bei einem Halbzeitstand von 38:0 gutgelaunt in die Pause gehen.

Octavias McKoy (rechts)
Foto: Birgit Häfner

Gutgelaunt waren auch die Panther noch in der zweiten Halbzeit und nutzten die hohe Führung, um dem Wunsch einiger verdienter Spieler zu entsprechen, Positionen zu besetzen, die sie normalerweise nicht spielen. LB Stephon Font-Toomer agierte zum Beispiel als Vorblocker für die Running Backs, die auch auf einmal anders aussahen. „RB“ Roman Sellung erzielte so als Defense-Liner einen Touchdown und auch die Gäste kamen jetzt ein wenig besser ins Spiel. Ferdinand Rieck mit zwei Touchdowns für die Gamecocks und Sergey Kendus auf Panther-Seite erzielten bis kurz vor Schluss die Punkte zum 52:12 für das Heimteam. „Das Spiel war natürlich sehr gut von uns. Die Panther-Defense war sehr gut vorbereitet und hatte immer die richtige Antwort auf die Bonner“, fasste Zach Maynard das Geschehen auf dem Platz zusammen.

Manuel Engelmann
Foto: Birgit Häfner

Sicherlich der emotionale Höhepunkt passierte in den letzten Minuten der Partie. Drei Minuten vor dem Schlusspfiff des Schiedsrichters wechselte Manuel Engelmann, der seit 19 Jahren für die Panther auf dem Platz stand und beruflich nach München zieht, auf seine alte Quarterback-Position und zeigte direkt im ersten Spielzug seine Klasse, als er einen tollen Touchdown-Pass auf Tim-Haver Droeze aus dem Handgelenk raushaute und auch den letzten Tackle der Saison für die Panther machte und so die Saison abschloss. Der Jubel war sehr groß, zahlreiche Gatorade-Tonnen wurden geleert und die Freude unter den Spielern kannte keine Grenzen. „Manuel ist ein großer Verlust für die Panther. Aber so ist das Leben eben, wenn es ihn beruflich nach München zieht. Er bedeutet mir als Mensch sehr viel“, dachte Anderson laut über Manuel Engelmann nach.

Düsseldorf Panther – Bonn Gamecocks 58:12 (10:0, 28:0, 14:6, 6:6)
874 Zuschauer

6:0 Tim-Haver Droeze 1-Yard-Pass von Zach Maynard
7:0 Daniel Schuhmacher Extrapunkt
10:0 Daniel Schuhmacher 37-Yards-Fiedgoal
16:0 Octavias McKoy 49-Yards-Lauf
17:0 Daniel Schuhmacher Extrapunkt
23:0 Octavias McKoy 25-Yards-Pass von Zach Maynard
24:0 Daniel Schuhmacher Extrapunkt
30:0 Tyrone Alexander 41-Yards-Lauf
31:0 Daniel Schuhmacher Extrapunkt
37:0 Brice Coquin 82-Yards-Pass von Zach Maynard
38:0 Daniel Schuhmacher Extrapunkt
44:0 Roman Sellung 2-Yards-Lauf
45:0 Daniel Schuhmacher Extrapunkt
51:0 Sergej Kendus 5-Yards-Lauf
52:0 Daniel Schuhmacher Extrapunkt
52:6 Ferdinand Rieck 52-Yards-Pass von Drew Burko
52:12 Ferdinand Rieck 18-Yards-Pass von Drew Burko
58:12 Tim-Haver Droeze 22-Yards-Pass von Manuel Engelmann