10:49 – Pan­ther chan­cen­los gegen Rekord­meis­ter Lions

7. August 2016
Jürgen Nitsch

Der Klas­sen­un­ter­schied war unüber­seh­bar: Beim deut­li­chen 10:49 (3:21, 0:14, 7:14, 0:0) der Pan­ther gegen die NewYor­ker Lions aus Braun­schweig war das Düs­sel­dor­fer Tabel­len­schluss­licht der Ger­man Foot­ball League gegen den Rekord­meis­ter und amtie­ren­den Euro­bowl-Cham­pion über weite Stre­cken sicht­bar über­for­dert. „Die Lions sind letzt­lich noch scho­nend mit uns gegan­gen“, musste Pan­ther-Head­coach Michael Wevel­siep nach­her ein­ge­ste­hen.

Wobei das zwar stimmte, aber ‚eigent­lich‘ nur die halbe Wahr­heit ist. Die Gäste nutz­ten ihre ein­deu­tige Über­le­gen­heit, um nicht nur die Pan­ther, son­dern vor allem einige ihrer ange­schla­ge­nen Stars zu scho­nen und den sons­ti­gen Reser­vis­ten ein wenig Spiel­pra­xis zu ver­schaf­fen. Dass die Pan­ther mit der zwei­ten Garde der Lions mit­hal­ten konnte, ist eine der weni­gen erfreu­li­chen Erkennt­nisse der Par­tie, in der ansons­ten die – je nach Sicht­weise erwar­te­ten oder befürch­te­ten – Leis­tungs­dif­fe­ren­zen über­deut­lich zu Tage tra­ten. „Die Braun­schwei­ger haben uns unsere Defi­zite klar auf­ge­zeigt“, resü­mierte Düs­sel­dorfs Offense Coor­di­na­tor Marc Ell­ge­ring.

Doch der Reihe nach: In ihrer ers­ten Angriffs­se­rie mar­schier­ten die Haus­her­ren zum Erstau­nen der 1.300 Zuschauer im Ben­ra­ther Pan­ther-Gehege mit einer guten Mischung aus Lauf- und Pass­spiel übers Feld und wur­den erst kurz vor der End­zone gestoppt. Durch das Fiel­dgoal von Lio­nel Denis ging der Außen­sei­ter sogar in Füh­rung.

Doch das Impe­rium in Form des Rekord­meis­ters schlug spie­le­risch leicht zurück und unter­strich die wah­ren Kräf­te­ver­hält­nisse. Vier Plays benö­tigte Braun­schweig, um in Füh­rung zu gehen, nur drei wei­tere, um diese aus­zbauen. Und noch vor dem ers­ten Sei­ten­wech­sel ließ Ex-Pan­ther David McCants mit dem Touch­down zum 21:3 alle win­zi­gen Hoff­nun­gen der Rhein­län­der auf eine Sen­sa­tion end­gül­tig plat­zen. Danach schal­te­ten die Nie­der­sach­sen bereits einen Gang zurück: Bis zur Pause folg­ten ‚nur‘ zwei wei­tere Touch­downs, im zwei­ten Spiel­zug nur 56 Sekun­den nach Beginn des drit­ten Vier­tels erlief der Lions-Hol­län­der Chris Smith sei­nen drit­ten Touch­down des Tages zum 42:3.

Da erhielt schon Evan Landi – der sons­tige Tigh­tend ver­trat bis dahin den wegen einer Gehirn­er­schüt­te­rung feh­len­den etat­mä­ßi­gen Quar­ter­back Grant End­ers – seine Erho­lungs­pause und mit Natio­nal­mann­schafts-Recei­ver Chris­tian Boll­mann über­nahm der Dritt-Spiel­ma­cher das Kom­mando. Da nun außer Boll­mann und Landi mit dem frü­he­ren Düs­sel­dor­fer Niklas Römer eine wei­tere poten­zi­elle Waffe im Pass­spiel fehlte, ver­trau­ten die Braun­schwei­ger ihrem Lauf­spiel. Das bekam die vor­her über­for­derte Düs­sel­dor­fer Defense dann – obwohl die Gäste wei­ter ihre erste Beset­zung der Offense Line auf dem Platz hat­ten – zumin­dest eini­ger­ma­ßen in den Griff, als auch McCants und Smith nur noch zusa­hen.

Noch im drit­ten Vier­tel das High­light aus Düs­sel­dor­fer Sicht: Nach­dem die Pan­ther seit dem ers­ten Drive gegen die unge­heuer druck­volle Braun­schwei­ger Abwehr kein ein­zi­ges First Down mehr geschafft hat­ten, bediente Quar­ter­back Clark Evans Mar­tin Emos mit einem wun­der­schö­nen Pass, mit dem die­ser der Lions-Defense zum ‚Ehren-Touch­down‘ davon­sprin­tete. Beson­ders erfreu­lich: Mit Run­ning­back Ravn Tum­moszeit, der in die­ser Szene auch den ent­schei­den­den Block setzte, und Tigh­tend Eric Adam misch­ten in der Schluss­phase auch zwei gerade der U19 ent­wach­sene Akteure mit, die ihr gro­ßes Poten­zial andeu­te­ten.

Düs­sel­dorf Pan­ther – NewYor­ker Lions Braun­schweig 10:49 (3:21, 0:14, 7:14, 0:0)
1.300 Zuschauer
3:0          Lio­nel Denis, 32-Yards-Fiel­dgoal; 3:23 Minu­ten gespielt;
3:7          Chris Smith, 9‑Y­ards-Lauf, PAT Tobias Goe­bel; 4:52
3:14       Chris­tian Boll­mann, 20-Yards-Pass von Evan Landi, PAT Tobias Goe­bel; 6:51;
3:21       David McCants, 9‑Y­ards-Lauf; PAT Tobias Goe­bel; 11:18
3:28       Evan Landi, 8‑Y­ards-Lauf; PAT Tobias Goe­bel; 18:58;
3:35       Chris Smith, 1‑Y­ard-Lauf, PAT Tobias Goe­bel; 23:43
3:42       Chris Smith, 52-Yards-Lauf, PAT Tobias Goe­bel; 24:56;
3:49       Jan Hil­gen­feldt, 4‑Y­ards-Pass von Chris­tian Boll­mann, PAT Tobias Goe­bel; 30:29;
10:49     Mar­tin Emos, 67-Yards-Pass von Clark Evans, PAT Lio­nel Denis, 31:29

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