Ausgeträumt! Im Spitzenspiel der GFL2 sind die Düsseldorf Panther unsanft aus allen Träumen von möglicher Meisterschaft im deutschen Football-Unterhaus und Chance auf die Rückkehr in die höchste deutsche Liga geweckt worden. Vor der tollen Kulisse von 2.743 Fans im Benrather Panther-Gehege kassierte der sechsmalige deutsche Meister eine – auch in der Höhe verdiente – 7:30 (0:14, 0:0, 7:0, 0:16)-Niederlage gegen die Potsdam Royals.

Angesichts von nun vier Punkten Vorsprung auf die Düsseldorfer ist den damit weiter verlustpunktlosen Brandenburgern trotz vier noch ausstehender Spiele der Titel des GFL2-Champions (verbunden mit der Chance, im September gegen den GFL-Letzten um den Aufstieg zu spielen) nur noch rein theoretisch zu nehmen. „Glückwunsch an Potsdam, sie waren optimal auf das Spiel vorbereitet und haben alle Vorgaben umgesetzt. Das hat meine junge Mannschaft nicht hinbekommen, wir haben gesehen, dass wir einfach noch nicht so weit sind“, gratulierte Panther-Cheftrainer D.J. Anderson nachher den Gästen.

Was allerdings nicht nur ihn wunderte: Ausgerechnet die beiden US-Importe im Angriff, die zu den erfahrensten Akteuren gehören, hatten einen rabenschwarzen Tag erwischt. Quarterback Zach Maynard, der sich selbst „das mieseste Geschenk aller Zeiten“ zu seinem 28. Geburtstag bescherte, und Runningback Octavias McCoy leisteten sich insgesamt sechs Ballverluste (Turnovers), die den Royals immer wieder exzellente Ausgangspositionen verschafften. „Sie wollten einfach in einigen Situationen zu viel“, vermutete Headcoach Anderson. Den ersten fallengelassenen Ball (Fumble) der Panther nutzten die Gäste, um ihre schnelle 7:0-Führung nach einer schönen Angriffsserie frühzeitig auf 14:0 auszubauen.

Dass dieses Ergebnis trotz drei weiterer Turnover der Hausherren zur Pause noch Bestand hatte, lag an der aufopferungsvoll, wenn auch in einigen Situationen glücklos kämpfenden Düsseldorfer Defense. Und daran, dass Potsdams Kicker Patrick Felber auf schon fast lächerliche Weise drei leichte Fieldgoals ungenutzt ließ. Sein Panther-Kollege Daniel Schuhmacher, der bei der 20:21-Niederlage im Hinspiel bereits zwei Fieldgoals und einen Extrapunkt verschossen hatte, machte es kurz vor Ende des zweiten Viertels aus 39 Yards nicht besser.

Im dritten Quarter keimte bei den Raubkatzen Hoffnung auf die Wende: Einen langen Drive über elf Spielzüge schloss McCoy mit dem Anschluss zum 7:14 ab. Anschließend stoppten die Panther die Royals – doch die Düsseldorfer Offense konnte nicht nachlegen, nicht zuletzt, weil das Team sich mittlerweile, wie so oft in dieser Saison, viele Strafen leistete. Zu Beginn des Schlussabschnitts erhöhten die Brandenburger auf 21:7 und dem unglücklichen Geburtstagskind Maynard unterlief gleich darauf im ersten Spielzug der fünfte Turnover der Gastgeber. Doch die Defense hielt, die Royals konnten lediglich per Fieldgoal auf 24:7 ausbauen. Dann die Schlüsselszene: Tyrone Alexander riss die Zuschauer mit einem tollen Kickreturn über 86 Yards bis in die Endzone von den Sitzen, doch der vermeintliche Anschluss-Touchdown wurde wegen eines Panther-Fouls zurück gepfiffen.

Damit war die Luft endgültig raus, die Düsseldorfer fighteten weiter, aber es funktionierte nichts mehr. „Es war eben einer jener Tage . . .“, sagte Maynard nachher, während er in fast schon komischer Verzweiflung gegen die Tränen kämpfte. Sein zweiter Fehlpass (Interception) des Tages – in den elf Partien vorher war ihm nur einer unterlaufen – bereitete unfreiwillig den vierten Gäste-Touchdown und damit das endgültige Erwachen aus allen Träumen vor. „Wir haben zeitweise gut gestanden gegen ihre Offense“, resümierte Defenseliner Pascal Hohenberg, „aber sie haben immer dann wieder ein play gemacht, wenn sie es unbedingt brauchten.“

Gemischte Gefühle herrschten bei Headcoach ‚DeeJay‘ Anderson: „Natürlich ärgere ich mich über die Niederlage, mindestens genauso wie meine Spieler. Aber es gehört zum Spiel, dass man auch mal verliert, daher kann ich deswegen niemandem böse sein. Stolz bin ich darauf, dass meine Mannschaft nicht den Glauben an sich selbst verloren hat und bis zum Schluss gekämpft hat.“

German Football League 2, Gruppe Nord:
Düsseldorf Panther – Potsdam Royals 7:30 (0:14, 0:0, 7:0, 0:16)
Zuschauer: 2.743
0:7       Jason Tucker, 2-Yards-Lauf, PAT Patrick Felber, 2:30 Minuten gespielt
0:14     Frederik Myrup-Nielsen, 12-Yards-Pass von Jason Tucker, PAT Patrick Felber, 4:37
7:14     Octavias McCoy, 2-Yards-Lauf, PAT Daniel Schuhmacher, 31:14
7:21     Jason Tucker, 3-Yards-Lauf, PAT Patrick Felber, 37:54
7:24     Patrick Felber, 24-Yards-Fieldgoal, 41:35
7:30     Jason Tucker, 1-Yard-Lauf, 45:08

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