Potsdam zerstört Panther-Träume

30. Juli 2017
Jürgen Nitsch

Aus­ge­träumt! Im Spit­zen­spiel der GFL2 sind die Düs­sel­dorf Pan­ther unsanft aus allen Träu­men von mög­li­cher Meis­ter­schaft im deut­schen Foot­ball-Unter­haus und Chan­ce auf die Rück­kehr in die höchs­te deut­sche Liga geweckt wor­den. Vor der tol­len Kulis­se von 2.743 Fans im Ben­ra­ther Pan­ther-Gehe­ge kas­sier­te der sechs­ma­li­ge deut­sche Meis­ter eine – auch in der Höhe ver­dien­te — 7:30 (0:14, 0:0, 7:0, 0:16)-Niederlage gegen die Pots­dam Royals.

Ange­sichts von nun vier Punk­ten Vor­sprung auf die Düs­sel­dor­fer ist den damit wei­ter ver­lust­punkt­lo­sen Bran­den­bur­gern trotz vier noch aus­ste­hen­der Spie­le der Titel des GFL2-Cham­pions (ver­bun­den mit der Chan­ce, im Sep­tem­ber gegen den GFL-Letz­ten um den Auf­stieg zu spie­len) nur noch rein theo­re­tisch zu neh­men. „Glück­wunsch an Pots­dam, sie waren opti­mal auf das Spiel vor­be­rei­tet und haben alle Vor­ga­ben umge­setzt. Das hat mei­ne jun­ge Mann­schaft nicht hin­be­kom­men, wir haben gese­hen, dass wir ein­fach noch nicht so weit sind“, gra­tu­lier­te Pan­ther-Chef­trai­ner D.J. Ander­son nach­her den Gästen.

Was aller­dings nicht nur ihn wun­der­te: Aus­ge­rech­net die bei­den US-Impor­te im Angriff, die zu den erfah­rens­ten Akteu­ren gehö­ren, hat­ten einen raben­schwar­zen Tag erwischt. Quar­ter­back Zach May­nard, der sich selbst „das mie­ses­te Geschenk aller Zei­ten“ zu sei­nem 28. Geburts­tag bescher­te, und Run­ning­back Octa­vi­as McCoy leis­te­ten sich ins­ge­samt sechs Ball­ver­lus­te (Tur­no­vers), die den Royals immer wie­der exzel­len­te Aus­gangs­po­si­tio­nen ver­schaff­ten. „Sie woll­ten ein­fach in eini­gen Situa­tio­nen zu viel“, ver­mu­te­te Head­coach Ander­son. Den ers­ten fal­len­ge­las­se­nen Ball (Fum­ble) der Pan­ther nutz­ten die Gäs­te, um ihre schnel­le 7:0‑Führung nach einer schö­nen Angriffs­se­rie früh­zei­tig auf 14:0 auszubauen.

Dass die­ses Ergeb­nis trotz drei wei­te­rer Tur­no­ver der Haus­her­ren zur Pau­se noch Bestand hat­te, lag an der auf­op­fe­rungs­voll, wenn auch in eini­gen Situa­tio­nen glück­los kämp­fen­den Düs­sel­dor­fer Defen­se. Und dar­an, dass Pots­dams Kicker Patrick Fel­ber auf schon fast lächer­li­che Wei­se drei leich­te Fiel­dgoals unge­nutzt ließ. Sein Pan­ther-Kol­le­ge Dani­el Schuh­ma­cher, der bei der 20:21-Niederlage im Hin­spiel bereits zwei Fiel­dgoals und einen Extra­punkt ver­schos­sen hat­te, mach­te es kurz vor Ende des zwei­ten Vier­tels aus 39 Yards nicht besser.

Im drit­ten Quar­ter keim­te bei den Raub­kat­zen Hoff­nung auf die Wen­de: Einen lan­gen Dri­ve über elf Spiel­zü­ge schloss McCoy mit dem Anschluss zum 7:14 ab. Anschlie­ßend stopp­ten die Pan­ther die Royals – doch die Düs­sel­dor­fer Offen­se konn­te nicht nach­le­gen, nicht zuletzt, weil das Team sich mitt­ler­wei­le, wie so oft in die­ser Sai­son, vie­le Stra­fen leis­te­te. Zu Beginn des Schluss­ab­schnitts erhöh­ten die Bran­den­bur­ger auf 21:7 und dem unglück­li­chen Geburts­tags­kind May­nard unter­lief gleich dar­auf im ers­ten Spiel­zug der fünf­te Tur­no­ver der Gast­ge­ber. Doch die Defen­se hielt, die Royals konn­ten ledig­lich per Fiel­dgoal auf 24:7 aus­bau­en. Dann die Schlüs­sel­sze­ne: Tyro­ne Alex­an­der riss die Zuschau­er mit einem tol­len Kick­re­turn über 86 Yards bis in die End­zo­ne von den Sit­zen, doch der ver­meint­li­che Anschluss-Touch­down wur­de wegen eines Pan­ther-Fouls zurück gepfiffen.

Damit war die Luft end­gül­tig raus, die Düs­sel­dor­fer figh­te­ten wei­ter, aber es funk­tio­nier­te nichts mehr. „Es war eben einer jener Tage …“, sag­te May­nard nach­her, wäh­rend er in fast schon komi­scher Ver­zweif­lung gegen die Trä­nen kämpf­te. Sein zwei­ter Fehl­pass (Inter­cep­ti­on) des Tages – in den elf Par­tien vor­her war ihm nur einer unter­lau­fen – berei­te­te unfrei­wil­lig den vier­ten Gäs­te-Touch­down und damit das end­gül­ti­ge Erwa­chen aus allen Träu­men vor. „Wir haben zeit­wei­se gut gestan­den gegen ihre Offen­se“, resü­mier­te Defen­se­li­ner Pas­cal Hohen­berg, „aber sie haben immer dann wie­der ein play gemacht, wenn sie es unbe­dingt brauchten.“

Gemisch­te Gefüh­le herrsch­ten bei Head­coach ‚DeeJay‘ Ander­son: „Natür­lich ärge­re ich mich über die Nie­der­la­ge, min­des­tens genau­so wie mei­ne Spie­ler. Aber es gehört zum Spiel, dass man auch mal ver­liert, daher kann ich des­we­gen nie­man­dem böse sein. Stolz bin ich dar­auf, dass mei­ne Mann­schaft nicht den Glau­ben an sich selbst ver­lo­ren hat und bis zum Schluss gekämpft hat.“

Ger­man Foot­ball League 2, Grup­pe Nord:
Düs­sel­dorf Pan­ther – Pots­dam Royals 7:30 (0:14, 0:0, 7:0, 0:16)
Zuschau­er: 2.743
0:7       Jason Tucker, 2‑Y­ards-Lauf, PAT Patrick Fel­ber, 2:30 Minu­ten gespielt
0:14     Fre­de­rik Myrup-Niel­sen, 12-Yards-Pass von Jason Tucker, PAT Patrick Fel­ber, 4:37
7:14     Octa­vi­as McCoy, 2‑Y­ards-Lauf, PAT Dani­el Schuh­ma­cher, 31:14
7:21     Jason Tucker, 3‑Y­ards-Lauf, PAT Patrick Fel­ber, 37:54
7:24     Patrick Fel­ber, 24-Yards-Fiel­dgoal, 41:35
7:30     Jason Tucker, 1‑Y­ard-Lauf, 45:08

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