Einen Fehlstart in den Saison-Endspurt haben die Panther Prospects erwischt. Bei den Kerpen Bears, dem Tabellenführer der Verbandsliga West, unterlag das Perspektiv-Team der Düsseldorfer völlig unnötig mit 7:14 (0:7, 0:7, 0:0, 7:0). Dabei zeigte sich das Team von Offense Coordinator Paolo Bizarri und Defense Coordinator Harald Westemeyer insgesamt verbessert, brachte sich aber durch Undiszipliniertheiten selbst um den Lohn seiner engagierten Vorstellung.

Zudem kamen die Gäste auf dem holprigen Sportplatz in der Michael-Schumacher-Metropole zunächst sehr schwer in Gang und gerieten gegen die körperlich sehr robusten „Bären“ schnell in Rückstand. Schon da fiel auf, dass einige der Prospects mehr damit zu tun hatten, jede Entscheidung und Nicht-Entscheidung der Unparteiischen zu kritisieren, als mit der Konzentration auf die eigene Leistung. Trotzdem hielt die Defense der Gäste die Angreifer der Bears, die im bisherigen Saisonverlauf im Schnitt 35 Punkte erzielt hatten, auf lediglich zwei Touchdowns. „Und das waren individuelle Fehler, die eben vorkommen“, erklärte Coach Bizarri: „Vor allem bei einer so unerfahrenen Mannschaft wie unserer.“

Langsam aber sicher nahm dann auch die Panther-Offense Fahrt auf. Vor der Pause endeten verheißungsvoll aussehende Drives bis weit in die Hälfte der Hausherren allerdings noch mit zwei Fehlpässen (Interceptions) und einem nicht erfolgreichen Fieldgoal-Versuch aus stolzen 47 Yards Entfernung. Doch auch dabei war unübersehbar, dass der Angriff durch die Debüts der drei früheren U19-Spieler Nils Ahlborn, Saddik El-Bouchikhi und Ron Burak deutlich an Qualität gewonnen hat. Da außerdem das Laufspiel über Thomas Rockel und immer wieder auch über den mobilen Quarterback Ahlborn immer besser in Gang kam, fiel fast schon zwangsläufig der Anschluss-Touchdown: Johannes Schneider fing einen Ahlborn-Pass zum 7:14 (PAT Cris Schwab).

Das war der Auftakt zu einer dramatischen Endphase, in der der Spitzenreiter zwar wankte, aber nicht fiel. Zunächst erzwang und eroberte die Düsseldorfer Defense einen Fumble der Bears. Die schnappten sich dafür gleich den nächsten Pass der Panther – erneuter Turnover. Und der dritte Ballbesitzwechsel folgte sogleich: Erneut schlug die Abwehr der Gäste den Ball frei und reagierte am schnellsten.  Doch einmal mehr konnte die Offense der Prospects die Vorarbeit ihrer Deckung nicht nutzen und einmal mehr machten Undiszipliniertheiten alle Bemühungen zunichte. Nach einem Rockel-Lauf bis kurz vor die Endzone wurde so lange und lautstark eine Strafe gegen Kerpen gefordert bis die nächste Strafe wegen unsportlichem Verhalten folgte. Anschließend brachte die insgesamt vierte Interception der Panther – und der vierte Turnover beider Teams in nur fünf Plays – dann die Vorentscheidung: Die cleveren Gastgeber brachten ihren sechsten Saisonsieg über die Zeit und lobten die tapferen Düsseldorfer nachher für die kampfstarke Partie. „Ihr habt euch wirklich enorm verbessert gegenüber dem Hinspiel“, hieß es mit Blick auf das 34:7 im ersten Aufeinandertreffen.

Noch stehen drei Partien auf dem Plan der Prospects: In den Heimspielen gegen die Düren Demons und die Langenfeld Longhorns II und auswärts bei den Troisdorf Jets will das Perspektiv-Team seinen Aufwärtstrend fortsetzen – und dabei dann nicht nur spielerisch und kämpferisch, sondern auch durch Disziplin überzeugen.