Mit einer deutlichen Niederlage haben sich die Panther Prospects in die Sommerpause der Verbandsliga West verabschiedet. Beim letztjährigen Oberligisten Siegen Sentinels kassierte das Perspektivteam des sechsmaligen deutschen Meisters eine 14:55 (7:14, 0:14, 0:14, 7:13)-Klatsche. Bitteres Resümee von Cheftrainer Paolo Bizarri: „Wir haben insgesamt leider genauso schlecht gespielt wie wir in den vergangenen Wochen trainiert haben.“

Zudem waren die Voraussetzungen für die Gäste in der Gluthitze des schmucken und mit mehr als 800 fachkundigen Fans gut besetzten Hofbachstadions ausgesprochen suboptimal. Die Düsseldorfer waren lediglich mit 33 Spielern angereist, ein knappes Dutzend Akteure fehlte teils verletzungs-, teils urlaubsbedingt. Dann fielen aus der ohnehin nur dünn besetzten Defense mit Lars Ritter, der sich bereits beim Warm-up eine Wadenzerrung zuzog, und mit Tobias Hoffmann, den es noch im ersten Viertel ‚erwischte‘, zwei weitere Kräfte frühzeitig aus. Und die Doppelbelastung für den Mini-Kader verschaffte den Physio-Ladies Minou und Marilena im Spielverlauf mehr Arbeit als ihnen lieb war.

Doppelbelastung bei Gluthitze: Viel Arbeit für die Panther-Physios Minou (links) und Marilena

Immerhin gelang es dem Rest-Aufgebot der Prospects zumindest im ersten Drive seine Qualitäten anzudeuten. Mit konsequentem Laufspiel, lediglich durch ein paar eingestreute Pässe aufgepeppt, führte Quarterback Sebastian Tillmann die Offense übers gesamte Feld. Den Touchdown erlief dann Thomas Rockel, Chris Schwab vollendete gewohnt sicher zum überraschenden 7:0. Die erste Siegener Angriffsserie hatten die Panther anschließend schon beinahe gestoppt, ehe das erste ‚big play‘ der Sentinels dann doch für den Ausgleich sorgte. Damit war zwar nicht der Kampfgeist der Prospects gebrochen, doch die Siegener bewiesen anschließend eindrucksvoll, warum sie in ihren beiden vorherigen Begegnungen ein Gesamtscore von 137:18 auf den Rasen gezaubert hatten und derzeit wohl das stärkste Team der Liga sind.

Außerdem: „Bei uns hat sich von da an schon das Doppeltspielen bemerkbar gemacht“, erklärte Headcoach Bizarri. Angesichts der Personalknappheit der Abwehr mussten (nicht nur, aber auch) die wenigen Linienspieler in Offense und Defense ran, bei deutlich mehr als 30 Grad in der Sonne eine nicht zu bewältigende Aufgabe. Zeitweise standen nur noch fünf ‚gelernte‘ Defender in der Düsseldorfer Deckung. So vollendeten die Hausherren bis ins Schlussviertel hinein, als sie all ihren Backups Spielpraxis verschafften, sieben Angriffsserien zu sieben Touchdowns. Dabei machte sich zusätzlich die Unerfahrenheit der verbliebenen Düsseldorfer Defenseakteure bemerkbar: Vier der acht Sentinels-Scores entstanden durch ‚big plays‘, Spielzüge über 35 bis 60 Yards!

Auf der anderen Seite stand Panther-Spielmacher Tillmann ständig unter Druck und auch das sonst so starke Runningback-Trio Rockel / Philip Glasmacher / Dimitrij Wert konnte von der Offenseline nicht wie gewohnt ins Spiel gebracht werden.

Der Schlusspunkt für die Panther-Offense: Leo Dahm auf dem Weg zum zweiten Touchdown

So war es letztlich nicht mehr als ein Trostpreis, dass den Panthern im Schlussviertel das längste (und vielleicht schönste) Play des Tages gelang. Tillmann bediente maßgerecht Wide Receiver Leonard Dahm, der den Siegenern über 68 Yards zum zweiten Gäste-Touchdown davonsprintete. Die Panther Prospects haben nun erst einmal vier Wochen trainingsfrei. Am 25. Juli beginnt dann die Vorbereitung auf die Rückrunde, die am 10. September im Benrather Panther-Gehege gegen die Leverkusen Tornados beginnt.

Siegen Sentinels – Düsseldorf Panther Prospects 55:14 (14:7, 14:0, 14:0, 13:7)

Zuschauer: 800 im Hofbachstadion in Siegen-Geisweid
0:7       Thomas Rockel, 1-Yard-Lauf, PAT Chris Schwab
7:7       Nikita Schmunk, 35-Yards-Lauf, PAT Hicham Abdellaoui
14:7     David Schüler, 15-Yards-Pass von Frederik Stahl, PAT Hicham Abdellaoui
21:7     Nikita Schmunk, 44-Yards-Lauf, PAT Hicham Abdellaoui
28:7     Daniel Kentsch, 24-Yards-Pass von Frederik Stahl, PAT Hicham Abdellaoui
35:7     David Schüler, 60-Yards-Pass von Frederik Stahl, PAT Hicham Abdellaoui
42:7     Nikita Schmunk, 55-Yards-Lauf, PAT Hicham Abdellaoui
49:7     Emre Yazioglu, 8-Yards-Lauf, PAT Hicham Abdellaoui
49:14   Leonard Dahm, 68-Yards-Pass von Sebastian Tillmann, PAT Chris Schwab
55:14   Björn Bachmann, 10-Yards-Pass von Frederik Stahl, PAT Hicham Abdellaoui

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