Wenn die Düsseldorf Panther auf die Langenfeld Longhorns treffen, ist Lokalderby-Zeit, denn beide Mannschaften haben den kürzesten Anfahrtsweg, den man sich in einer Liga nur vorstellen kann. Deswegen ist es nur logisch, dass bei den neun Kilometern, die beide Spielstätten nur auseinander liegen, für die zwei Teams die Partie am Samstag um 17 Uhr im Benrather Stadion (Eingang Bayreuther Straße) was ganz Besonderes ist. Für Panther-Headcoach Pepijn Mendonca natürlich ebenfalls, auch wenn er dabei an was anderes denkt. „Natürlich sind Lokalderbys immer was Besonderes, speziell wenn es um das Recruiting für die nächsten Jahre geht. Jeder möchte doch bei dem Team spielen, das gewinnt.“ Okay, damit dürfte das Spiel genug angeheizt sein.

Peppijn Mendonca
Foto Stephan Partisch

Auch wenn die räumliche Nähe vorhanden ist, sportlich liegen beide Teams weit auseinander. Während die Panther nach dem knappen 13:0 Sieg zum Auftakt der Saison in Langenfeld von Erfolg zu Erfolg geeilt sind, sind die Longhorns in Schlingern geraten und schauen sich als Drittletzter die Tabelle so langsam aber sicher von unten an. Speziell die 17:71 Heimniederlage vor zwei Wochen gegen die Solingen Paladins schmerzte das Team von Cheftrainer Michael Hap sehr und so war die Vorgabe vor dem Auswärtsspiel am Samstag bei den Panthern, vorige Woche bei den Rostock Griffins nicht gänzlich unterzugehen, was dann auch gelang. Trotz einer 6:23 Niederlage beim Tabellenzweiten aus Rostock scheinen die Longhorns wieder so langsam in die Spur zu kommen. 2017 hatten die Langenfelder ihre beeindruckende Comeback-Tour mit einer soliden Spielzeit abgeschlossen. Im Jahr 2011 hatten die die südlichen Nachbarn aus internen Gründen in der sechsten Liga neu beginnen müssen und waren danach kontinuierlich wieder bis in das deutsche Football-Unterhaus zurückgeklettert. Die beiden Derbies gegen die Panther wurden mit 6:47 und 15:56 zwar deutlich verloren, insgesamt erspielte der Rückkehrer aber eine ausgeglichene Bilanz mit einem viertem Platz.

Doch das Ende der Saison 2017 bedeutete auch das Ende einer Ära. Runningback Daniel Berg, Langenfelder Urgestein und 17 Jahre lang einer der, wenn nicht überhaupt der prägende Spieler der Longhorns, hängte seine Pads an den berühmten Nagel und wechselte in den Trainerstab. Daher ist das Team 2018 ein anderes: Die Longhorns spielen zwar die gewohnt knallharte, unerbittliche Defense. Doch in der Offense präsentiert sich das Team deutlich verändert. Aus dem fast perfekt ausbalancierten Angriff, der gleichmäßig auf das Laufspiel (nicht zuletzt durch Daniel Berg) und den Pass setzte, wurde eine stark passlastige Attacke. Aus Solingen kam Quarterback Jeremy Konzack, der die Paladins in der vergangenen Spielzeit mit einer ‚Perfect Season‘ in die Zweite Liga geführt hatte. Als Anspielstation für ihn wurde aus der kalifornischen Hauptstadt Sacramento mit Nnamdi Agude ein absoluter Top-Receiver nach Langenfeld gelockt, der mit 55 Passfängen für 860 Yards und acht Touchdowns zum erfolgreichsten Passempfänger der gesamten GFL-2 avancierte. Gemeinsam zeichnen die beiden für beinahe die Hälfte des Longhorns-Raumgewinn verantwortlich. Daher ist das Backfield der Hausherren gegen die Longhorns besonders gefordert.

Bei den Panthern wird es definitiv auch darauf ankommen, die Offense wieder zum Rollen zu bringen. 170 Punkte in sieben Spielen waren zwar für sieben Siege gut, vom Hocker haben die wenigen Punkte die Panther-Fans aber nicht gerissen. Mendonca scheint einen Ansatz gefunden zu haben. „Wichtig wird es sein, dass unsere Spieler ihre Plays machen, und nach dem ersten Kontakt oder einem Fang noch Yards machen.“

Düsseldorf Panther – Langenfeld Longhorns, mehr Lokalderby geht nicht.

Wichtige Info für die Zuschauer. Da der Parkplatz vor dem Eingang Bayreuther Straße auf Grund des lokalen Schützenfests nicht zur Verfügung steht, empfehlen die Panther die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Bitte lasst Euer Auto zu Hause.

Düsseldorf Panther – Langenfeld Longhorns
Samstag, 30. Juni, Kick-off 17 Uhr, Einlass 15 Uhr
Stadion Benrath, Eingang Bayreuther Straße