Der Aufstieg 2018? War schön. Die hohen Niederlagen gegen die New Yorker Lions Braunschweig? Vergessen. Die beiden Niederlagen gegen die Cologne Crocodiles? Vergessen. Null Punkte in der Saison 2019? Vergessen. Was für die Düsseldorf Panther ab Samstag, 15 Uhr nur noch zählt, sind die beiden Duelle mit dem Ersten der GFL2 Nord, den Elmshorn Fighting Pirates, um den letzten Platz in der GFL, der höchsten deutschen Football-Liga. Mit einem Erfolg in den zwei Spielen gegen die Piraten können die Panther die Saison noch halbwegs retten. Headcoach Tim Johnson gibt sich daher auch kämpferisch: „Kämpfen, kämpfen, kämpfen. Siegen, siegen, siegen.“

Tim Johnson

Keinen Punkt haben die Panther in der laufenden Saison gesammelt, die tapferen Spieler des Düsseldorfer Traditionsvereines mussten immer als Verlierer den Platz verlassen und doch hat die Mannschaft in den abschließenden Spielen gegen die Elmshorn Fighting Pirates nun die Möglichkeit den Abstieg zu vermeiden. „Es ist Zeit, dass die Panther mal wieder ein wichtiges Spiel gewinnen. Wir wollen dies auch für uns, unsere Fans und der Stadt Düsseldorf machen“, weiß Johnson um die Wichtigkeit der Begegnung.

Schon letzte Saison spielten die Panther diese Relegation und setzten sich in zwei Spielen gegen den damaligen Erstligisten, die Hamburg Huskies durch. Und genau da liegt die Schwierigkeit dieses Unterfangens für die Panther. Während der „noch“ klassenhöhere Verein durch eine wenig erfolgreich Saison gegangen ist, spielt der Zweitligist mit einem großen Selbstbewusstsein und dem Glauben an sich selbst diese zwei Spiele. Dies kann man sehr einfach mit dem Blick auf die Statistik sehen. In 19 Jahren setzte sich die GFL nur in vier Duellen durch, fünfzehn Mal siegte der Zweitligist. Aber noch nichts ist verloren, denn die Panther gehören seit 2005 zu den vier GFL-Mannschaften, die in zwei Spielen – Gegner waren damals die Kiel Baltic Hurricanes – gegen die zweite Liga triumphieren konnten.

Sollten die Panther auch dieses Jahr erfolgreich die Relegation beschließen, so haben sie sehr wahrscheinlich die fantastische Elmshorner Offense gestoppt. Runningback Khairi Dickson ist auch in dieser Spielzeit schlicht der wohl beste Angreifer des deutschen Football-Unterhauses. Der Mann aus Georgia hat zwar nach 3.067 Yards Raumgewinn und 43 Touchdowns 2018 in dieser Saison ‚nur‘ 2.488 Yards und 30 Touchdowns in seiner persönlichen Bilanz stehen. Doch das liegt wohl nicht an Dixons nachlassendem Leistungsvermögen, sondern daran, dass Clifford Laukens ihn immer wieder entlastet. Zudem – und viel wichtiger dafür, dass die Fighting Pirates die effektivste Offense der GFL2 haben – haben sich die Schleswig-Holsteiner erfolgreich bemüht, ihr Passspiel zu verbessern. Mit Ryan Sample führt ein neuer Quarterback die Piraten, der außer 2.486 Yards und 31 Touchdowns per Pass auch 273 Yards und drei Touchdowns selbst erlief. Und mit Benjamin Mau, der nach vier Jahren College-Football bei den Waldorf Warriors im US-Bundesstaat Iowa zum Team stieß, bei dem sein Vater Stefan seit 2013 als Coach der Wide Receiver tätig ist, wurde die schon 2018 außerordentlich starke Offense durch einen der besten deutschen Passempfänger ergänzt. Mit 34 gefangenen Bällen für 650 Yards und sieben TD avancierte Mau prompt zum gefährlichsten Receiver.

Trotz aller vorhandenen ‚Feuerkraft‘ und Erfolge haben die Piraten mit Blick auf die Relegation noch einmal neue Akteure in den Norden gelockt. Quarterback Paul Durand (31) führte Frankreich als Stamm-Quarterback 2017 zum Sieg bei den World Games in Polen und anschließend 2018 zum EM-Titel. Da er aus dem Nationalteam der ‚Tricolore‘ Andreas Nommesen den Elmshorner Offense Coordinator bestens kennt, ließ er sich von seinem Job als Sportdirektor bei La Courneuve Flash loseisen und von einem Comeback in der GFL2 überzeugen. Mit Durand kam der 29-jährige Stephen Yepmo, der ebenfalls mit Frankreich World Games- und EM-Titel holte. Dritter Neu-Pirat ist Jacob Adelman: Der Defensive Back setzte für die Panther in der ersten Saisonhälfte in acht Einsätzen 49 Tackles, ehe er sich Ende Juni plötzlich aus Düsseldorf verabschiedete und wenig später im Norden als ‚Notnagel‘ im Falle der Verletzungen von Kendall und LeBeau präsentiert wurde.

Lasst die Spiele beginnen…

Düsseldorf Panther – Elmshorn Fighting Pirates
Samstag, 21. September, 15 Uhr
Stadion VfL Benrath, Eingang Bayreuther Straße