Die Düsseldorf Panther haben das Rhein-Ruhr-Derby der GFL 2 deutlich für sich entschieden. Mit dem 47:7 (7:0, 20:7, 7:0, 13:0) feierten die Schützlinge von Cheftrainer D. J. Anderson vor 1.140 Zuschauern im Benrather Stadion einen nie gefährdeten Erfolg gegen die weiterhin abstiegsbedrohten Assindia Cardinals. Neben der diesmal überragenden Defense, die lediglich 122 Yards Raumgewinn insgesamt zuließ und gleich vier Essener Pässe abfing, wurde Rubin Mogharrebi besonders gefeiert. In der Schlussminute erzielte der Düsseldorfer Mannschaftsarzt per Extrakick seinen ersten Punkt der Saison.

Headcoach Anderson war zufrieden und gab seinen Jungs vor dem letzten Heimspiel der Saison am 26. August (17 Uhr) gegen die Bonn Gamecocks erst einmal zwei Wochen trainingsfrei. „Dass es kein sehr schönes Spiel gibt, war zu erwarten. Wenn eine Mannschaft frühzeitig merkt, dass sie kaum eine Siegchance hat und sich dann lieber für die nächsten Aufgaben schont, ist es leider für die Fans nicht immer so attraktiv“, resümierte der oberste ‚Panther-Bändiger‘, der gegen die zudem noch verletzungsgeschwächten Cardinals aber immerhin seinen zuletzt beim mit 7:30 verlorenen Spitzenspiel gegen die Potsdam Royals kaum eingesetzten ‚Back-ups’ viel Spielpraxis verschaffen konnte. Die Essener müssen ihrerseits ihre nächsten beiden Spiele gewinnen, um dem Abstieg zu entgehen.

Doch der Reihe nach: Beim zweiten Ballbesitz schienen die Panther bereits an der Essener 35-Yards-Linie gestoppt worden zu sein. Doch statt im vierten Versuch bei sechs noch zu überbrückenden Yards zu punten oder ein mehr als 50 Yards langes Fieldgoal zu versuchen, bediente Quarterback Zach Maynard seinen Tight End Florian Eichhorn: Der fand eine Lücke in der Deckungsmitte und tankte sich entschlossen bis in die Endzone zum 7:0 durch. Danach verflachte die Partie: „Das ist ein bisschen wie Kann-nicht gegen Will-nicht“, kommentierte Ex-Kicker und Ex-‚Finanzminister‘ Markus ‚Manni‘ de Haer recht treffend. Einziges Highlight blieb die Interception von Florian Hölsken: Der Panther-Safety fing einen Pass von Cardinals-Quarterback Lennart Brodeßer ab – die erste von drei Hölsken-Interceptions an diesem Tag!

Erst Mitte des zweiten Viertels nahm die Partie wieder richtig Fahrt auf. Zunächst erhöhten die Panther durch Runningback Octavias McCoy auf 14:0. Mit einem schönen 38-Yards-Pass auf Brice Coquin hatte Spielmacher Maynard die wichtigste Vorarbeit geleistet. Dann gelang den Essenern, denen die unerbittliche Panther-Abwehr bis dahin nicht einmal ein Firstdown gegönnt hatte, nicht nur erstmalig etwas Raumgewinn, sondern sogar eine ansehnliche Angriffsserie samt Anschluss-Touchdown zum 7:14. Doch die Hausherren blieben unbeeindruckt: Auf drei Läufe von Youngster Sergej Kendus und McCoy folgte ein weiterer tiefer Maynard-Pass auf Coquin. Der Franzose stellte nach nicht einmal zwei Minuten die Kräfteverhältnisse wieder klar.

Florian Hölsken hat erneut zugegriffen – Foto: Connie Anderson

Auch die Düsseldorfer Defense unterstrich, wer Herr im Benrather Panther-Gehege ist: Noch vor der Pause schnappte sich Hölsken („drei Interceptions in einem Spiel habe ich noch nie geschafft. Ich glaube auch kaum, dass mir das noch einmal glückt“) erneut einen Brodeßer-Pass. In den verbliebenen 107 Sekunden überbrückten die Düsseldorfer geradezu spielerisch leicht 67 Yards bis in die Endzone. Da Daniel Schuhmachers Extrapunkt diesmal vorbeiging, ging es mit 27:7 in die Pause – die Begegnung war frühzeitig entschieden. Einen Schreckmoment gab es allerdings auch noch: Bei seinem engagierten 23-Yards-Lauf erwischte US-Panther Maynard den Essener Dominik Rautzenberg unglücklich mit dem Knie am Kopf, der Cardinals-DB wurde klassisch ausgeknockt. Nach viertelstündiger Unterbrechung war Rautzenberg glücklicherweise wieder ansprechbar. „Er scheint wieder okay zu sein, hat aber auf jeden Fall eine Gehirnerschütterung und wird zur Sicherheit im Krankenhaus noch einmal durchgecheckt“, gab Cardinals-Physiotherapeutin Sandra Baumgärtner nachher Entwarnung.

Im dritten Quarter plätscherte die Partie vor sich hin: Die Düsseldorfer Defense ließ weiterhin nichts zu, die Offense stand sich einige Male, u. a. mit dummen Strafen, selbst im Weg. Dann der nächste große Auftritt von McCoy: Von der eigenen Zehn-Yards-Linie powerte der 27-Jährige sich durch die gesamte Essener Deckung zum 34:7. Die Cardinals probierten es nun mit Ex-Panther Donnie Avant als Spielmacher. Doch auch der Allrounder und Nationalspieler rannte gegen die Düsseldorfer Defense, die insgesamt fünf Quarterback-Sacks landete, mehr um sein Leben als dass er gefährliche Angriffe aufziehen konnte. Fast schon zwangsläufig krallte sich Hölsken in seinem dritten Streich auch einen Avant-Pass. Später machte Defenseliner Marius Burgsmüller es ihm nach, der bereits im Hinspiel in Essen einen Pass abgefangen hatte: „Das könnte mein Lieblingsgegner werden.“

‚Doc‘ Rubin Mogharrebi zeigt seine Qualitäten als Kicker – Foto: Connie Anderson

In den Schlussminuten wechselte der lange Zeit lauflastige Panther-Angriff noch einmal zum Passspiel und erhöhte durch Kendrus‘ vierten Touchdown der Saison und Coquins zweiten des Tages. Allerdings – und das verstanden nach kurzer Diskussion auch die zunächst verärgerten Cardinals – ging es nicht um ein (im Football verpöntes) unnötiges Hochtreiben der Punkteausbeute, das so genannte ‚running up the score‘, sondern darum, Rubin Mogharrebi, dem langjährigen Mannschaftsarzt der Panther und der deutschen Nationalmannschaft, ein Geburtstagsgeschenk zu bereiten. ‚Doc Rubin‘, am Tag vor dem Spiel 45 Jahre jung geworden, durfte per Extrakick endlich auch einmal punkten – und wurde für seinen Erfolg im zweiten Versuch (beim ersten Mal kam der Ball zu hoch und war nicht zu kicken) ausgiebigst gefeiert.

German Football League 2, Gruppe Nord:
Düsseldorf Panther – Assindia Cardinals 47:7 (7:0, 20:7, 7:0, 13:0)
Zuschauer: 1.140 im Stadion Benrath
7:0       Florian Eichhorn, 35-Yards-Pass von Zach Maynard, PAT Daniel Schuhmacher (7:14 Minuten gespielt)
14:0     Octavias McCoy, 11-Yards-Lauf, PAT Daniel Schuhmacher (17:57)
14:7     Jake Hughes, 9-Yards-Pass von Lennart Brodeßer, PAT Jake Hughes (19:56)
21:7     Brice Coquin, 45-Yards-Pass von Zach Maynard, PAT Daniel Schuhmacher (21:32)
27:7     Zach Maynard, 1-Yard-Lauf (24:00)
34:7     Octavias McCoy, 90-Yards-Lauf, PAT Daniel Schuhmacher (34:00)
40:7     Sergej Kendus, 11-Yards-Pass von Zach Maynard (44:16)
47:7     Brice Coquin, 15-Yards-Pass von Zach Maynard, PAT Rubin Mogharrebi (47:04)