

First Team, Verein / 03.02.2012
Schmerzhafte Erinnerungen: Vor 20 Jahren holte James Jenkins Superbowl XXVI
Bei der großen Super Bowl-Party, die die Düsseldorf Panther in Zusammenarbeit mit SAT.1 am Sonntag im Schlösser Quartier Boheme veranstalten, ist ein Mann dabei, für den ein Finale um die Krone im American Football der größte, aber auch im wahrsten Wortsinne schmerzlichste Erfolg in seiner Karriere war.
James Jenkins, der seit November als Sportdirektor und Headcoach der Raubkatzen sein Wissen aus zehn Jahren als NFL-Profi weitergibt, war vor genau 20 Jahren im Hubert H. Humphrey Metrodome in Minneapolis beim höchsten amerikanischen Sport-Feiertag dabei. Bei Super Bowl XXVI gewann der heute 44-Jährige mit den Washington Redskins durch das 37:24 gegen die Buffalo Bills den wichtigsten Titel im US-Sport.
Noch intensiver als an den Triumph erinnert Jenkins sich aber daran, dass er sich eine schwere, karriere-bedrohende Verletzung zuzog, deren Nachwirkungen ihn bis heute plagen. Die Vorgeschichte: Nach seiner College-Zeit an der Rutgers University vor den Toren von New York City, wo er als Linebacker und Tight End Football gespielt hatte,verpflichteten ihn die Redskins als Free Agent. „Ich habe mich lange bitten lassen, denn es war eigentlich nicht mein Lebenstraum, Football-Profi zu werden. Ich hatte vor, mein Studium abzuschließen und eine andere Art von Karriere zu machen“, erzählt Jenkins lächelnd von der erfolgreichsten Mannschaft der Historie der Redskins, die im kommenden Sommer 80 Jahre alt werden: 17 Siege in einer Saison waren weder vorher noch seitdem zu feiern gewesen.
Abfahrt ins Stadion verpasst
Das Team von Cheftrainer Joe Gibbs überrannte die Konkurrenz mit beeindruckender Selbstverständlichkeit und spazierte beinahe mit nur zwei Niederlagen durch die Saison und fuhr als Favorit zum Endspiel nach Minneapolis. Dort verlief die Vorbereitung „entspannt, aber intensiv und hoch konzentriert, so wie wir uns auf jeden Gegner vorbereitet haben“. Diese Gelassenheit hielt bis zum Spieltag, genauer bis mittags gegen 14 Uhr. Denn da, knapp drei Stunden vor Kick-off, wurden Jenkins und sein Zimmergenosse, Defense End Bobby Wilson, plötzlich von Panik ergriffen. „Irgendwie ging die Uhr im Hotelzimmer falsch, jedenfalls kamen wir zum Pre-Game-Meal runter und das Hotel war leer“, berichtet er. „Man sagte uns, dass das Team schon vor einer Stunde zum Stadion gefahren sei.“ - ohne die beiden Rookies, die Profi-Neulinge, zu vermissen.
Eine bange Stunde später wurden sie, „wir hatten angesichts all der Sicherheitsmaßahmen nicht damit gerechnet, dass wir so einfach durchkommen“, vom Fahrservice des weit außerhalb gelegenen Hotels am Metrodome abgesetzt. „Als wir versuchten, möglichst unbemerkt die Rampe Richtung Kabine runter zu laufen, kamen uns natürlich Headcoach Gibbs und alle seine Assistenztrainer entgegen, genau wie alle anderen Spieler auf dem Weg zum Warm-up.“ Der als extrem streng bekannte Cheftrainer behielt die Ruhe und schaute auf zu den beiden jungen Hünen: „Was macht ihr denn noch hier?“ „Wir haben verschlafen, Coach.“ Gibbs musste lachen: „Dann geht euch mal umziehen, wir haben gleich einen Super Bowl zu spielen.“
Brustwirbel gebrochen
Weniger erfreulich ist die zweite Erinnerung: Kurz vor Ende des ersten Viertels erhielt James Jenkins einen bösen Hit in den Rücken. „Das hat höllenmäßig weh und strahlte bis in die Beine aus, ich konnte mich kaum noch bewegen.“ An der Seitenlinie sagten die Coaches nur lakonisch: „Wenn es gar nicht geht, musst du eben draußen bleiben, aber das hier ist ein Finale.“ James biss auf die Zähne, spielte weiter: „Obwohl mir vor Schmerzen ganz schwindlig war und ich einige Male nach den Plays kaum aufstehen konnte.“ Erst in der Pause nahmen sich die Teamärzte Zeit, ihren Tight End zu untersuchen und stellten eine schwere Verletzung eines Brustwirbels fest: „Das ist der reine Wahnsinn, dass du damit überhaupt noch gespielt hast.“ Den Rest der (von den favorisierten Redskins deutlich dominierten) Partie, die nachfolgenden Parties und die Feierlichkeiten der nächsten Tage und Wochen erlebte der frisch gebackene Super Bowl-Champion James in ein Stahlkorsett gezwängt und mit starken Schmerzmitteln ruhig gestellt, nachdem beim Röntgen festgestellt worden war: Der Brustwirbel war gebrochen!
„Mehr als sechs Wochen steckte ich im Korsett, insgesamt hatte ich acht Monate Zwangspause“, bilanziert Jenkins. Rechtzeitig zur neuen Saison mischte er zwar wieder mit, den erhofften Stammplatz sicherte James sich verletzungsbedingt erst in der Saison 1993. Aber am Ende seiner Laufbahn im Winter 2000 standen zehn Jahre und 133 NFL-Spiele in seiner Bilanz. Für seinen lädierten Rücken muss er auch heute noch mehrmals pro Woche sein spezielles Trainingsprogramm absolvieren: „Sonst werden die Schmerzen zu groß.“. Den ganz großen Erfolg konnten weder er noch die Redskins wiederholen, doch nicht nur deshalb hat der Super Bowl XXVI auch 20 Jahre später seinen ganz besonderen Stellenwert für den obersten Panther-Dompteur.
Super Bowl-Party der Düsseldorf Panther
Wann: 5. Februar 2012, ab 20 Uhr
Wo: Schlösser Quartier Boheme, Ratinger Straße 25, Düsseldorf-Altstadt
Was: ab 0.00 Uhr: Live-Übertragung des NFL-Finales um Super Bowl XLVI aus Indianapolis auf vier Großbildleinwänden; vorher: Live-Musik mit Halbfinalisten von 'Voice of Germany‘, Präsentation der Panther 2012, Cheerleader-Shows der Pantherettes und der Black Cats, Highlights 2011, Spiele mit den Fans, Gewinnspiel, Essen, Trinken, gute Laune
Tickets: Bei D-Ticket und im Schlösser Quartier Boheme, 9 Euro im Vorverkauf, 12 Euro an der Abendkasse




































